Cost-Average-Effect: Live-Beispiel

Bild eines Diagramms mit mehreren Charts
KI-generiert mit DALL-E
In einer Welt voller finanzieller Unsicherheiten bietet der Cost-Average-Effect eine Strategie, um Marktrisiken intelligent zu begegnen. Diese Methode hilft Anlegern, durch regelmäßige Investitionen ihr Risiko zu streuen und langfristig Vermögen aufzubauen. In diesem Artikel widmen wir uns der Praxis hinter der Theorie und geben einen Einblick in eine Live-Depotposition eines Kunden.

In der Welt der Investitionen gibt es zahlreiche Strategien, die Anlegern dabei helfen sollen, ihr Portfolio zu optimieren und das Risiko zu minimieren. Eine dieser Methoden, die besonders für langfristige Investoren sowie Investoren mit kleinem Geld interessant ist, ist das ratierliche Anlegen. Die Sinnhaftigkeit dieser wiederkehrenden Anlage kann durch den „Cost-Average-Effekt“, auch Durchschnittskosteneffekt mathematisch begründet werden.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt beschreibt, wie das Risiko von Marktschwankungen reduziert werden kann, indem regelmäßig ein fester Betrag in ein Wertpapier oder einen Fonds investiert wird. Das Ergebnis ist, dass Sie über einen längeren Zeitraum mit mehreren Investitionszeitpunkten Anteile zu unterschiedlichen Preisen kaufen, was zu einem effizienten Durchschnittspreis pro Anteil führt. Als Resultat wird das Risiko des ungünstigen Markttimings nahezu eliminiert.

Erklärung anhand unten stehender Grafik:

Stellen Sie sich vor, Sie investieren jedes Jahr 1000 Euro in einen bestimmten Fonds. Der Preis der Fondsanteile wird von Jahr zu Jahr variieren. Wenn die Preise niedrig sind, erhalten Sie für Ihre 1000 Euro mehr Anteile, und wenn die Preise hoch sind, entsprechend weniger. Über einen längeren Zeitraum gleichen sich diese Schwankungen teilweise aus, und der Durchschnittspreis pro Anteil, den Sie bezahlt haben, liegt unter dem Durchschnittspreis, den Sie hätten zahlen müssen, wenn Sie versucht hätten, den Markt zu timen.

Jahr 1: 100€ : 100 € Anteilpreis = 1 Anteil
Jahr 2: 100€ : 75 € Anteilpreis = 1,3 Anteile
Jahr 1: 100€ : 50 € Anteilpreis = 2 Anteile
Jahr 1: 100€ : 75 € Anteilpreis = 1,3 Anteile
Jahr 1: 100€ : 100 Anteilpreis = 1 Anteil

Ergebnis im Jahr 5:
6,6 Anteile à 100 € Anteilwert = 660 €

Investitionen gesamt:
5 x 100€ = 500€

Gewinn: 160€ (32%)

Grafik zum Cost-Average-Effect
Der Cost-Average-Effect, auch Kostendurchschnittseffekt

Trotz gleichen Anteilpreis wie vor 5 Jahren konnte durch den ratierlichen Kauf ein geringerer Durchschnittspreis pro Anteil erzielt werden. Dieser Effekt gilt bei jeglichen Zeiträumen, ist jedoch umso effizienter, je häufiger die Zahlungen erfolgen (bestenfalls monatlich oder halbmonatlich)

Live-Beispiel eines Rohstoff-Aktienfonds:
Global Mining Fund P (Sparplan seit 02.06.2022)

Auf unserer Seite zum Thema „Vermögen schützen“ haben wir bereits vor einem Jahr den Werteinbruch des Rohstoff-Aktienfonds „Global Mining Fund“ von Commodity Capital beschrieben.
Privatanleger, welche ratierlich in diesen Fonds eingezahlt haben, konnten die letzten 2 Jahre verhältnismäßig günstig einkaufen und profitieren von der aktuellen Rohstoff-Rallye.

Chart des Anteilpreises

Jedes Anteil, welches unterhalb der Linie (aktueller Endstand) gekauft wurde, hat eine Wertsteigerung erfahren.

Trotz dessen der aktuelle Kurs noch immer ca. 40% unterhalb des Höchststandes liegt, ist der Anleger durch die Durchschnittsbildung beim Anteilkauf bereits jetzt im Plus.

Bestandsverlauf durch monatliche Einzahlung

Die Vorteile des Cost-Average-Effekts

  • Risikominimierung: Der Cost-Average-Effekt kann das Risiko von Investitionen in volatile Märkte reduzieren, da er die Auswirkungen kurzfristiger Preisschwankungen verringert.
  • Diszipliniertes Sparen: Diese Strategie fördert diszipliniertes Investieren, da sie Anleger dazu anhält, regelmäßig zu investieren, anstatt auf den „richtigen Moment“ zu warten.
  • Einfachheit: Für Anleger, die nicht ständig den Markt beobachten möchten, bietet der Cost-Average-Effekt eine einfache und effektive Strategie, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Fazit

Der Cost-Average-Effekt bietet eine kluge und risikoarme Methode für Anleger, um in den Markt einzusteigen und langfristig Vermögen aufzubauen. Indem Sie regelmäßig investieren, ohne den Markt zu timen, können Sie von niedrigeren Durchschnittskosten profitieren und gleichzeitig Ihr Investitionsrisiko minimieren. Wichtig ist jedoch, diese Strategie als Teil eines gut diversifizierten Anlageplans zu betrachten, der auf Ihren individuellen finanziellen Zielen und Bedürfnissen basiert.

 
Artikel teilen:

Nichts verpassen!

Erhalten Sie regelmäßige News zu heißen Themen der Finanzwelt. Verständlich erklärt und mit garantiertem Mehrwert für Ihre Vermögens-Bildung!

Für Sie interessant

Bild einer Mindmap zum Thema Risiko

Risikoebenen Wertpapieranlagen

Anlagen in Wertpapiere sind untrennbar mit Risiken verbunden. Von Marktvolatilitäten über wirtschaftliche und politische Veränderungen bis hin zu psychologischen Faktoren – die Bandbreite ist enorm. Doch in einer Welt, in der die Märkte immer komplexer und vernetzter werden, stellt sich die Frage, welche dieser Risiken wirklich signifikant sind und welche möglicherweise überbewertet werden. Dieser Artikel bietet einen tieferen Einblick in die verschiedenen Risikoebenen bei Wertpapieranlagen und versucht, eine differenzierte Betrachtung der tatsächlichen Bedeutung dieser Risiken zu geben.

Weiterlesen

Serviceentgelt – Vergütungsmodell der Zukunft?

Das Serviceentgelt-Modell ist nicht nur eine logische Konsequenz aus einem möglichen Provisionverbot, sondern vor allem ein Schritt in eine transparentere Vergütung von Anlageberatern. Es verspricht eine transparente, leistungsorientierte Bezahlung, die sowohl für Berater als auch für Kunden erhebliche Vorteile bietet. Mit dem Wandel der Finanzberatung hin zu mehr Kundenorientierung gewinnt dieses Modell an Bedeutung.

Weiterlesen

Greenwashing bei Investmentfonds

In der heutigen Zeit ist die Nachhaltigkeit ein zentrales Anliegen in allen Wirtschaftsbereichen. Die Europäische Union hat spezifische Schritte unternommen, um die Praxis des Greenwashings bei Finanzprodukten, insbesondere Fonds und börsengehandelten Fonds, zu bekämpfen. Diese Maßnahmen sollen die Transparenz erhöhen und sicherstellen, dass die Investitionen tatsächlich umweltfreundliche Praktiken fördern.

Weiterlesen