Bitcoin-ETF – Meilenstein der Kryptowelt?

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Die Einführung des Bitcoin-ETFs markiert einen historischen Moment für Kryptowährungen und Finanzmärkte. Dieser Artikel beleuchtet, wie der ETF die Art und Weise, wie Investoren Kryptowährungen betrachten und handeln, grundlegend verändert. Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen und Chancen dieses bahnbrechenden Finanzprodukts.

Bitcoin: Erfolgreicher ETF-Start

Nach der Genehmigung durch die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC erlebte der lang erwartete Spot Bitcoin ETF einen beeindruckenden Markteintritt. Diese Entscheidung folgte auf einen mehr als zehnjährigen intensiven Einsatz der Digital-Asset-Industrie. Unter den fast einem Dutzend Fonds, zu denen auch die Angebote von renommierten Investmentgesellschaften wie BlackRock und Fidelity Investments zählen, verzeichneten die Bitcoin-basierten ETFs einen fulminanten Anfang. Bloomberg berichtet, dass am aufregenden ersten Handelstag Anteile im Wert von etwa 4,6 Milliarden Dollar den Besitzer wechselten. Experten und Befürworter in der Branche betrachten diese börsengehandelten Fonds als wegweisenden Meilenstein für die breitere Akzeptanz von Bitcoin-ETFs unter herkömmlichen Anlegern und als Impulsgeber für zukünftige Wertsteigerungen.
„Das ist mit Sicherheit der größte Sprung in der Geschichte der ETFs an einem ersten Tag“, so Eric Balchunas, Senior ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence.

Das bemerkenswerte Debüt am Donnerstag setzte neue Maßstäbe in der ETF-Branche: Der Grayscale Bitcoin Trust erzielte einen Rekordumsatz von 2,3 Milliarden USD am ersten Handelstag, ein bisher unerreichter Wert für einen ETF. Seit 2013 als Treuhandfonds etabliert, profitierte Grayscale von einem deutlichen Vorsprung mit einem Vermögenswert von nahezu 27 Milliarden USD.
Nicht nur umgewandelte Fonds, sondern auch neu aufgelegte ETFs zeigten beeindruckende Handelsaktivitäten. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, ein frisch lancierter ETF, verzeichnete ein Handelsvolumen von 1 Milliarde Dollar und zählt damit zu den fünf größten ETF-Starts in der Geschichte.
Das aktuelle Handelsvolumen bietet zwar einen Einblick, jedoch noch kein umfassendes Bild hinsichtlich der Kauf- und Verkaufsdynamik oder der Anlegerströme. Die genauen Geldflüsse in oder aus diesen Produkten werden, bedingt durch die Handelsstrukturen der Fonds, voraussichtlich erst am Freitag offengelegt werden.

Bezug

Für eine langfristige Erfolgsgeschichte der börsengehandelten ETFs ist der einfache Zugang für Anleger entscheidend, eine Herausforderung, die weiterhin besteht. Vanguard Group’s Brokerage-Sparte wird den Handel mit diesen ETFs nicht unterstützen, während Merrill Edge von der Bank of America noch prüft, ob sie diese Option anbieten wird. Andererseits zeigen sich Plattformen wie Robinhood engagiert. CEO Vlad Tenev kündigte an, dass sie planen, die Fonds „so bald wie möglich“ zu listen, und Charles Schwab hat bereits den ETF-Zugang auf seiner Plattform ermöglicht.

Offene Fragen bleiben jedoch bestehen. Bei allen ETFs ist ungewiss, wann die großen Handelsplattformen sich entschließen, Bitcoin-Spotprodukte in ihr Angebot aufzunehmen. Für Krypto-Enthusiasten ist jedoch bereits der Existenzbeweis der Fonds ein Erfolg. „Die Bedeutung eines ETFs für die Akzeptanz von Bitcoin reicht weit über die direkten Zuflüsse in diese Produkte hinaus und könnte den Markt grundlegend verändern“, so ein Bericht von Coinbase. „Allerdings wird es Zeit brauchen, bis sich diese Entwicklung vollständig entfaltet.“

Kosten

In der 8 Billionen Dollar schweren ETF-Branche sind Gebührenkriege an der Tagesordnung. Dieser Wettbewerb um niedrigere Kosten entflammte bereits vor der Einführung der Bitcoin-ETFs. Zu den Emittenten, die ihre Kosten unmittelbar vor der Genehmigung am Mittwoch senkten, zählen Branchengrößen wie BlackRock, Ark Investment Management und Invesco.

Die gleichzeitige Markteinführung aller Produkte an einem Tag, welche den Vorteil des Erstanbieters zunichtemachte, und die Tatsache, dass alle auf demselben Basiswert basieren, verstärkten den Konkurrenzkampf um die niedrigsten Gebühren. Um sich von Konkurrenten abzuheben, boten mehrere Unternehmen ihre ETFs für die ersten sechs bis zwölf Monate gebührenfrei an. Der Bitwise Bitcoin-ETF (Ticker BITB) hebt sich als das kostengünstigste Angebot hervor, mit einer Gebühr von nur 20 Basispunkten, die in den ersten sechs Monaten oder bis zum Erreichen eines bestimmten Vermögensvolumens nicht anfallen. Die Gebühren der meisten am Donnerstag gestarteten ETFs bewegen sich zwischen 0,20 % und 0,49 %. Eine Ausnahme bildet der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) mit einer Gebühr von 1,5 %.

Tabelle der Kosten einzelner Bitcoin-ETFs
Die Tabelle zeigt die historisch niedrigen Kosten in der Auflegung und Verwaltung von Bitcoin-ETFs.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Wall Street wird die Genehmigung von Optionen sein, die an Bitcoin-ETFs gekoppelt sind. Viele Investmentexperten favorisieren diese Derivate, um auf zukünftige Erträge zu spekulieren oder sich gegen mögliche Verluste abzusichern, wobei die Optionen zusätzlich den Vorteil eines Hebels bieten. Cboe Global Markets erwartet, dass die SEC den Handel mit diesen Optionen im Laufe des Jahres 2024 freigeben wird.

Bereits wenige Stunden nach dem Handelsstart der Fondsprodukte wurde ein neuer Antrag von der ETF-Industrie eingereicht: Der Grayscale Bitcoin Trust Covered Call ETF soll auf der Grundlage des GBTC (Grayscale Bitcoin Trust) aufgebaut werden.

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