Schutz vor Zinsänderung und Inflation

Die Weltereignisse seit 2020 haben zu deutlichen Veränderungen internationaler Verflechtungen sowie Gegebenheiten an den Märkten gesorgt. In Hinblick auf die volatiken Kapitalmärkte lassen sich klare Ursachen definieren. Eine sprunghafte Inflation sowie rasante Zinsanstiege bedingen eine Neuausrichtung und -bewertung der persönlichen Portfolioaufstellung.

Seit nunmehr vier Jahren spürt die Welt die Veränderung und die Folgen der Corona Pandemie. Veränderte wirtschaftliche Verflechtungen, sektorspezifisches Wachstum sowie internationale Machtumverteilungen sind in einem noch nie dagewesene Ausmaß erkennbar. Nicht zuletzt ist dies auf die zeitinkonsistenten Interessen politischer Mächte auf nationaler wie internationaler Ebene zurückzuführen. Hierbei führte insbesondere die expansive Geld- wie Fiskalpolitik zu Verzerrungen und Umverteilungen, dies jedoch mit deutlicher Verzögerung. Was lang in Gestalt solider Wirtschaftsdaten sowie üppiger Wachstumsraten auf den Kapitalmärkten zum Vorschein kam, holte die Politik spätestens nach erneuter Ausweitung der Geldmenge auf den Boden der Tatsachen. Die Rede ist vom untrennbaren Zusammenhang zwischen Zinssetzung, Geldmenge und Marktentwicklungen. Bereits Dr. Prof. Gunther Schnabl, Wirtschaftsprofessor an der Universität Leipzig warnte vor einer ansteigenden Inflation sowie einhergehenden Umverteilungseffekten infolge interventionistischer Geldpolitik. (1)

Jahre später haben die Folgen der Zinswende als Intervention auf ansteigende Inflationsraten, welche wiederum hausgemacht infolge der Geldmengenausweitung sind, tiefe Spuren in der Wirtschaft sowie den privaten Haushalten hinterlassen. Die Auswirkungen fehlgeleitete Investitionsprojekte innerhalb der Wirtschaft wird auch die kommenden Jahre Einfluss auf den Wohlstand privater Haushalte haben.
In Bezug auf die Anlagevermögen privater wie institutioneller Investoren sind vornehmlich der Zinsanstieg, welcher nebenbei bemerkt nie schneller vonstatten ging, sowie die Inflation ein Tiefschlag. Massive Abwertungen bestehender festverzinslicher Papiere sorgt auf institutioneller Seite für Bilanzschwierigkeiten(Credit Suisse) sowie Vermögensvernichtungen auf privater Seite. Hierbei zählen insbesondere deutsche Anleger, welche einen Großteil ihrer Vermögen über inflationssensible Festgelder sowie Bankeinlagen halten, zu den Verlierern. Hier beläuft sich die kumulierte Inflation/Wertvernichtung auf 16% seit 2021. Einschließlich 2024 sind Spareinlagen ein Fünftel weniger wert. (2)

HANSAgold USD-Klasse A & SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (Acc)

So wird der Schrei nach Veränderung und Intervention immer lauter sowie die Notwendigkeit einer inflationsgeschützten Aufbewahrung für Ersparnisse immer dringlicher.
Im Speziellen hängt der Schutz der eigenen Vermögen vornehmlich von deren Größe und künftige Inanspruchnahme ab. Insbesondere für vermögende Privatkunden ist das Gespräch mit einem Experten angeraten.
Im Wesentlichen lassen sich jedoch einige Grundprinzipien aufstellen:

  • Sachwertinvestments: Die Anlage sollte definitiv in Sach- statt Geldwerten erfolgen.(Aktien, Rohstoffe) Diese entwickeln sich im Gegensatz zu Geldwerten tendenziell mit der Inflation. 
  • Zinsänderungsrisiko beachten: Anleihen unterliegen dem Zinsänderungsrisiko. Hierbei ist auf ein Portfolio zu achten, welches einer geringe „Duration“ unterliegt und somit wenig anfällig für etwaige Zinsänderungen ist.
  • Inflationsgeschützte Anleihen: Vor dem Hintergrund, dass Inflationsraten i.d.R. nicht korrekt prognostiziert werden können, kann die Beimischung inflationsgeschützter Anleihen sinnvoll sein. Hierbei liegt die Sicherheitskomponente entgegen des verbreiteten Irrglaubens jedoch in der Abweichung von tatsächlicher Inflation zu erwarteter Inflation.
  • Rohstoffe: Rohstoffe weisen i.d.R. eine antizyklisches Muster im Vergleich zum Aktienmarkt auf. Insbesondere Edelmetalle welche in Ihrer Schöpfung begrenzt und Nachfrage zyklusbedingt ist, können Wertsteigerungen entgegen fallender Märkte sowie Kaufkraft erfahren. (Zu beachten sind die Rohstoffzyklen, welche insbesondere für die kommenden Jahre positiv wirken können)(3)
    • (Siehe obiges Bild: Vergleich eines Gold-Aktienfonds in Vergleich zum Weltaktien-ETF)
  • Risikoloser Zins: Nach dem CAPM-Modell erfolgt die optimale individuelle Portfolioaufstellung mittels risikominimierten Portfolio + risikofreiem Zins. Das dieser risikofreie Zins nun wieder bei ca. 4% liegt ist eine Zeitenwende. Hieraus ergeben sich veränderte Anlagerichtlinien als es nun 15-20 Jahre der Fall war. Geldmarktanlagen sowie Festgelder haben sich seit 2022 als äußerst sinnhaft für die Portfolioallokation herausgestellt.
  • Bund Future: Ebenfalls als Schutz vor möglichen steigenden Zinsen kann ein Future auf Bundesanleihen genutzt werden. Dieses Absicherungsinstrument hat sich seit 2021 als äußerst vorteilhaft herausgestellt, bedingt jedoch erweiterte Kapitalmarktkenntnisse.
    • (siehe unteres Bild)
Amundi German Bund Daily (-2x) Inverse UCITS ETF - Acc

Der Schutz seiner Vermögen, wie hoch auch immer die sein mögen, ist das Gebot der Stunde. Die optimale Vermögensaufteilung ist in jedem Fall individuell zu prüfen. Klar ist jedoch, dass in einer zunehmend von Unsicherheiten geprägten Zeit resistente, vor allem aber grundsätzlich risikoverminderte Portfolios von Vorteil sein werden. Wie bereits Florian Homm, einer der erfolgreichsten Hedgefondsmanager Deutschlands sagte: „Es ist die falsche Zeit, um gierig zu sein.“

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